Was ist 5G überhaupt?

5G ist der fünfte Mobilfunkstandard und der Nachfolger von 4G (LTE). Er verspricht deutlich höhere Datenübertragungsraten, geringere Latenzzeiten und die Vernetzung einer sehr großen Anzahl von Geräten gleichzeitig – Voraussetzungen für das sogenannte „Internet der Dinge" (IoT), autonomes Fahren und Industrie 4.0.

Die drei Frequenzbereiche von 5G

5G nutzt je nach Einsatzzweck drei verschiedene Frequenzbereiche, die sich in Reichweite und Geschwindigkeit deutlich unterscheiden:

FrequenzbereichFrequenzReichweiteDatentempo
Sub-1-GHz (Low Band)unter 1 GHzSehr großMittel
Mid-Band1–6 GHz (z. B. 3,5 GHz)MittelHoch
mmWave (High Band)24–100 GHzSehr geringExtrem hoch

In Deutschland wird 5G derzeit hauptsächlich im Mid-Band um 3,5 GHz ausgebaut. Das mmWave-Band wird bisher kaum genutzt und ist eher für Innenraum- oder Industrieumgebungen gedacht.

Mehr Masten, aber nicht unbedingt mehr Strahlung

5G erfordert eine deutlich dichtere Infrastruktur als seine Vorgänger, da besonders höhere Frequenzen eine geringere Reichweite haben. Viele Menschen befürchten, dass mehr Masten automatisch zu mehr Strahlung führen. Das ist nicht zwingend so:

  • 5G-Antennen nutzen Beamforming: Die Strahlung wird gezielt gebündelt und dorthin gerichtet, wo ein Gerät ist – statt gleichmäßig in alle Richtungen zu senden.
  • Wenn Signale effizienter übertragen werden, kann die Gesamtexposition in manchen Szenarien sogar sinken.
  • Dennoch bedeutet eine dichtere Verteilung von Kleinstsendern, dass man häufiger in der Nähe einer Antenne ist.

Gelten für 5G andere Grenzwerte?

In Deutschland gelten für 5G dieselben Grenzwerte wie für alle anderen Mobilfunkstandards – festgelegt in der 26. BImSchV auf Basis der ICNIRP-Empfehlungen von 2020. Die ICNIRP hat ihre Grenzwerte 2020 aktualisiert und dabei auch höhere Frequenzen bis 300 GHz berücksichtigt.

Kritiker bemängeln, dass diese Grenzwerte lediglich vor thermischen Effekten schützen und nicht-thermische biologische Wirkungen nicht ausreichend abbilden. Wissenschaftliche Einigkeit hierüber besteht nicht.

Was sagen unabhängige Wissenschaftler?

Verschiedene Gruppen von Wissenschaftlern – darunter die Initiatoren des 5G Appeal – haben an die EU appelliert, den 5G-Ausbau bis zur Klärung offener Gesundheitsfragen zu pausieren. Diese Appelle werden von Regulierungsbehörden bisher nicht als ausreichend angesehen, um eine Gefährdung zu belegen. Das Spannungsfeld zwischen Vorsorgeprinzip und technologischem Fortschritt bleibt ein gesellschaftlich diskutiertes Thema.

Empfehlungen für Besorgte

  1. Informieren Sie sich über den Standort von 5G-Antennen in Ihrer Umgebung (z. B. über die Bundesnetzagentur-Karte).
  2. Nutzen Sie Ihren Smartphone-Verbindungsstatus: Wählen Sie bewusst WLAN statt 5G, wo möglich.
  3. Verfolgen Sie unabhängige Forschungsberichte und Updates des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS).

Fazit

5G ist eine technologische Weiterentwicklung mit echten gesellschaftlichen Vorteilen, aber auch offenen Fragen zur Langzeitwirkung. Eine informierte, kritische Auseinandersetzung mit dem Thema – jenseits von Panikmache und blinder Akzeptanz – ist der beste Weg zu einer sachlichen Einschätzung.