Elektromagnetische Strahlung im Haushalt – woher kommt sie?
In einem durchschnittlichen deutschen Haushalt sind heute zahlreiche Geräte aktiv, die dauerhaft oder zeitweise hochfrequente elektromagnetische Felder erzeugen. Wer seine persönliche Exposition einschätzen möchte, sollte zunächst wissen, welche Quellen überhaupt relevant sind – und wie stark diese im Vergleich zueinander strahlen.
WLAN-Router: Der Dauersender zu Hause
Der WLAN-Router ist in den meisten Wohnungen rund um die Uhr aktiv und sendet auf den Frequenzen 2,4 GHz und/oder 5 GHz. Dabei sendet er kontinuierlich Signale aus – auch dann, wenn gerade kein Gerät verbunden ist. Wichtige Fakten:
- Typische Sendeleistung: 0,1 bis 1 Watt (EIRP)
- Die Feldstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab
- Im Schlafzimmer aufgestellt, bedeutet das eine ganznächtliche Exposition
Smartphones: Dicht am Körper, hohe Sendeleistung
Das Smartphone ist besonders relevant, weil es direkt am Körper getragen und ans Ohr gehalten wird. Es nutzt gleichzeitig mehrere Funksysteme:
- Mobilfunk (2G/3G/4G/5G) – die stärkste Sendequelle im Gerät
- WLAN (2,4 GHz und 5 GHz)
- Bluetooth (2,4 GHz)
- NFC (13,56 MHz)
Die tatsächliche Sendeleistung variiert je nach Empfangssituation stark: Schlechter Empfang zwingt das Gerät zu höherer Leistung.
DECT-Schnurlostelefone: Oft unterschätzt
Schnurlostelefone nach dem DECT-Standard (1,88–1,90 GHz) senden häufig auch im Stand-by kontinuierlich Signale, da die Basisstation ständig einen Kanal offen hält. Modelle mit „Eco-Modus Plus" reduzieren die Strahlung im Stand-by auf null – das sollte beim Kauf beachtet werden.
Smart Meter und Smart-Home-Geräte
Intelligente Stromzähler (Smart Meter) übertragen Verbrauchsdaten in regelmäßigen Abständen per Funk. Smart-Home-Geräte wie vernetzte Lautsprecher, Glühbirnen oder Thermostate kommunizieren dauerhaft über WLAN, Zigbee oder Z-Wave. Einzeln betrachtet ist die Sendeleistung gering – die Summe vieler solcher Geräte kann jedoch die Gesamtbelastung erhöhen.
Mobilfunkmasten in der Umgebung
Sendemasten für 2G, 3G, 4G und 5G sind für eine flächendeckende Versorgung notwendig. Die Exposition durch Masten ist ortsabhängig und kann mit einem HF-Messgerät ermittelt werden. Entscheidend ist die Entfernung zum Mast und die bauliche Situation (Gebäudedämpfung).
Vergleichstabelle: Strahlungsquellen im Alltag
| Quelle | Frequenz | Sendeleistung (typ.) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| WLAN-Router | 2,4 / 5 GHz | bis 1 W | Dauerbetrieb |
| Smartphone | 700 MHz – 3,5 GHz | bis 2 W | Körpernah |
| DECT-Telefon | 1,9 GHz | bis 0,25 W | Dauerpuls Stand-by |
| Mikrowellenherd | 2,45 GHz | bis 1000 W | Nur im Betrieb |
| Smart Meter | variert | gering | Intervallsendung |
Fazit: Kenntnis der Quellen ermöglicht gezielte Reduktion
Wer die Hauptquellen kennt, kann gezielt ansetzen. Schon einfache Maßnahmen – wie das Abschalten des WLANs nachts oder der Wechsel auf ein DECT-Telefon mit Eco-Modus – können die tägliche Strahlungsexposition spürbar senken.